Hier könnt Ihr von Euren schönsten Angelerlebnissen berichten. Wie das funktioniert, erfahrt Ihr unten auf dieser Seite.
So nun aber viel Spaß mit den RFF-Geschichten.


Eine späte Überraschung

An einem super sonnigen Samstag Nachmittag im Jahre 2001 haben ich mich mit meinen Angelkollegen auf den Weg nach Holland zur Ijssel gemacht. Es sollte ein besonderer Angeltag werden, weil wir die komplette Nacht bis in den frühen Morgen angeln wollten. Das Wetter war mit sonnigen 28°C und kaum Wind optimal. Der Wasserstand von der Ijssel war zwar schon ziemlich niedrig, aber noch gut genug.
Als wir an unserem Angelplatz ankamen, waren wir noch voller Hoffnung, was sich später allerdings als falsch erwies. Wir angelten die ganze Nacht auf Aal und Zander. Mit drei Anglern war die Ausbeute bis sechs Uhr morgens weniger als zufriedenstellend. Es waren 5 kleine Aale und 2 maßige Zander. Wir beschlossen, unsere Sachen zusammenzupacken und an eine andere Stelle zu fahren. Dort angekommen, hatte ich ehrlich gesagt keine große Lust mehr die kompletten Angelsachen wieder aufzubauen.Also beschloss ich nur meine Stellrute und meine Twisterrute mitzunehmen. Mein Angelkollege war allerdings schneller und sicherte sich die bessere Stelle an der Buhne. Seine Stellrute war ca. 2m von der Buhnenspitze entfernt aufgestellt, und ich hatte das Nachsehen. Ich plazierte meine Stellrute am Kurvenanfang der Buhne, dort wo das Wasser gerade mal Vorfachlänge hatte. Als Köderfisch benutzte ich ein 9cm langes Rotauge.
Nach einer Tasse lauwarmen Kaffee, widmete ich mich meiner Lieblingsangelei  nämlich der des Spinnfischens. Alle versuchten ihr Glück, doch irgendwie wollte es heute nicht so klappen. So langsam wurde es auch Zeit nach Hause zu fahren, weil meine Frau an diesem Sonntag arbeiten mußte und das Auto brauchte. Also kurzum packten alle ihre Angelsachen wieder ein. Ich hatte meine Twisterrute schon zusammengepackt und lief zu meine Stellrute. Oliver, einer meiner besten Angelkollegen, packte gerade seine Stellrute zusammen, schüttelte nur mit dem Kopf und sagte, daß es das nächste mal bestimmt besser klappen würde. Nachdem ich meine Stellrute in die Hand genommen hatte, fiel mir auf, das das Gummi, mit dem ich die Schnur befestigt hatte, los war. Mein Blick suchte die Pose. Da war sie, aber einen Meter von meiner Stelle entfernt, wo ich sie vorher plaziert hatte. Oliver und ich hatten sofort denselben Gedanken : HÄNGER !!
"Ganz toll" dachte ich nur,  ließ den Bügel meiner Rolle zuschnappen und fing an zu kurbeln. Die Pose bewegte sich keinen Millimeter. Shit ! Ich schlug an, um die Pose zu befreien. Nach ungefähr 4 bis 5 Anhieben passierte nichts. Plötzlich schoss die Pose unter Wasser und ich hatte alle Mühe, die Bremse wieder zu lösen. Die Pose nahm ihren Weg zur Mitte der Strömung auf und ich konnte nichts dagegen setzen. Ein Zander...ein dicker Barsch...vielleicht ein Wels...oder doch ein Hecht ?? Da fiel mir plötzlich ein, daß ich überhaupt gar kein Stahlvorfach dran hatte. "Mist" dachte ich nur. Der Fisch hatte sich in der Zwischenzeit kein Stück aus der Strömung  bewegt. Zur gleichen Zeit warf ich einen kurzen Blick auf die Uhr und mußte leider feststellen, daß ich jetzt schon zu spät nach Hause kommen würde. Wieder Shit. "Man! Hätte der nicht eher beißen können." - Egal, da muß ich jetzt durch. Ich werde auf keinen Fall die Angelschnur kappen. Mittlerweile hatte ich den Fisch vorsichtig rangedrillt. Aber er zog  immer wieder in die Strömung und stellt sich quer. Nach ca. 25min hatte ich ihn soweit. Ich konnte ihn zum ersten mal sehen. Es war ein stattlicher Hecht. Meine Angelkollegen fieberten mit mir mit, ob ich es schaffen würde, den Hecht zu landen.
Den Kescher hatte Oliver schon ausgepackt. So konnten wir den Hecht sicher landen. Kaum war der Hecht im Kescher, löste er sich vom Haken, der nur ganz knapp in der Maulfalte gesessen hatte. Nach kurzem Messen und einem Fototermin konnte der Hecht wieder seine Freiheit geniessen. Der Hecht hatte eine Länge von 97cm. Bis zu diesem Tag war es mein größter Hecht.
So, jetzt aber schnell ins Auto und ab nach Hause. Der Blick auf meine Uhr versprach nichts Gutes. Natürlich habe ich es nicht rechtzeitig nach Hause geschafft. Wie die Geschichte dann weitergegangen ist... Meine Frau war natürlich nicht so begeistert. Noch weniger interessierte sie sich für meinen großen Fang.  Ich kann nur sagen, daß wir beide später drüber gelacht haben und immer noch glücklich verheiratet sind. ;-)

(c) geschrieben von Olaf Guderlei (Raubfischjäger)

 


 

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