Fisch des Jahres 1998:
Der Strömer

Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF) hat den Strömer zum Fisch des Jahres 1998 gewählt.
Mit dieser Wahl will der VDSF auf eine Kleinfischart aufmerksam machen, die weithin unbekannt seit einiger Zeit auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Fischarten steht.
Der Strömer kommt vor allem im baden-württembergischen Rhein- bzw. im bayerischen Donaueinzugsgebiet vor, Vorkommen im mittleren und nördlichen Deutschland sind nicht bekannt.

Der Strömer wird meist nur bis 20 cm lang. Er ist ein ausgesprochener Friedfisch, der wie die Äsche - schnellfließendes, sauberes und sauerstoffreiches Wasser braucht.
Der karpfenartige Kleinfisch ernährt sich vor allem von Kleintieren aller Art.

Der Strömer, der leicht an seiner Färbung (orange-gelb punktierte Seitenlinie, orange-gelbe Flossenansätze) erkennbar ist, laicht in den Monaten März bis April. Das Weibchen legt seine 6.000 - 8.000 Eier auf feinkörnigen Kies.

Früher kam der Strömer in großen Mengen in den Fließgewässern des baden-württembergischen Rhein-Neckar-Gebietes und in bayerischen Donauzuflüssen vor.
Vor allem wegen der Gewässerverbauungen (Wehre und Staustufen) wurde der Lebensraum des Strömers z.T. dramatisch verändert, so dass heute sein Bestand als stark gefährdet angesehen werden muss.

Im Bemühen um einen Artenreichen und ausgewogenen Fischbestand in unseren Gewässern ruft der Verband Deutscher Sportfischer e.V. zum besonderen Schutz und zu Wiedereinbürgerungsmaßnahmen des Strömers auf.
Zu derartigen Maßnahmen gehören vor allem die Verbesserung der Wasserqualität sowie die Erhaltung und Schaffung natürlicher schnellfließender und strukturierter Gewässer, ohne die eine erfolgreiche Wiedereinbürgerung nur wenig Sinn hat.